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Stellungnahme

AquaVentus Stellungnahme: Konsultation möglicher Teilbereiche bei der Ausschreibung von SEN-1

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Konsultation möglicher Teilbereiche bei der Ausschreibung von SEN-1 Konsultation für den Zuschnitt von Teilbereichen des sonstigen Energiegewinnungsbereiches SEN-1 und zu einer möglichen zeitlichen Staffelung

Der AquaVentus Förderverein e.V. begrüßt die angestoßene Konsultation über mögliche Teilbereiche bei der Ausschreibung von SEN-1 ausdrücklich. Wir erkennen darin die nachhaltigen Anstrengungen des BMWK, die Anregungen und Hinweise des Marktes aus vorangegangenen Konsultationen aufzunehmen und im Interesse eines erfolgreichen Wasserstoffhochlaufs in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) weiter zu diskutieren. Die Teilung des im Flächenentwicklungsplan (FEP) vorgesehen 102 km2 großen SEN-Bereichs in mehrere Einzelflächen und die damit mögliche, sequenzielle Vergabe ist dabei ein zentraler und richtiger Schritt zur Erreichung des schnellen sowie (förder)effizienten Markthochlaufs für die Offshore-Elektrolyse. Wir nehmen hierfür Bezug auf unsere bisherigen Stellungnahmen zum FEP und der Marktkonsultation der Eckpunkte Förderrichtlinie Offshore-Elektrolyse aus Januar 2023.

Schrittweiser Hochlauf soll Lernkurve ermöglichen Es geht um das erste großskalierte Offshore-Elektrolyse-Projekt dieser Art, welches trotz aller planerischen und technologischen Herausforderungen erfolgreich sein muss, um als Grundlage für weitere Offshore-Wasserstoff-Produktion zu dienen. Mit den Erkenntnissen aus diesem Erstprojekt soll und muss eine technologische sowie Lernkurve entlang der Wertschöpfungskette beginnen, die Folgeprojekte unter weiterer Risikominimierung schneller und effizienter entstehen lässt. Hierfür ist es unerlässlich, mehr als eine Fläche zeitlich gestaffelt auszuschreiben, um diese Lerneffekte zu heben. Eine zeitgleiche Ausschreibung mehrerer Flächen würde den gewünschten Lerneffekt verhindern. Gleichzeitig bietet es sich aus den vorgenannten Gründen an, zunächst mit einer kleineren Fläche zu beginnen, um Risiken zu reduzieren sowie das Potenzial des Lernerfolgs in Relation zum Zeitaufwand auf weiteren Flächen schnellstmöglich im Gigawatt-Bereich nutzen zu können.

Gebots-/Anbietervielfalt durch Ausschreibung einer kleineren Fläche gewährleisten AquaVentus tritt dafür ein, dass verschiedene Anbieter eine Vielfalt an Geboten ermöglichen. Die Anbietervielfalt wird nur durch die initiale Ausschreibung von einer (kleineren) (Teil-)Fläche gewährleistet, auf die sich mehrere potenzielle Bieter konzentrieren können. Dieser intensive Wettbewerb der Entwickler muss in einer Auswahl des besten und erfolgversprechendsten Gebots nach den Qualitätskriterien der Sonstige-Energiegewinnungsbereiche-Verordnung (SoEnergieV) den richtigen Grundstein für die Offshore-Elektrolyse legen. AquaVentus geht davon aus, dass bei weiteren Ausschreibungen es zu einer Verringerung der Komplexität von Planungs- und Koordinierungsprozessen kommt, was einen schnelleren Hochlauf der Offshore-Elektrolyse begünstigt. Daher ist eine weitere Voraussetzung für die Schaffung einer nachhaltigen Lernkurve entlang der gesamten Wertschöpfungskette, dass die Ausschreibungen in einem maßvollen zeitlichen Abstand nacheinander erfolgen.

Stufenweiser Ausbau sichert Fördereffizienz sowie Hochlaufgeschwindigkeit Es ist im Interesse der deutschen Volkswirtschaft, die notwendigen Fördermittel effizient einzusetzen und degressiv in weiteren Ausschreibungen gestalten zu können. Hierfür ist es zentral, die beschriebenen Lerneffekte auf Grundlage des Lernerfolgs aus dem Erstprojekt nutzbar zu machen. Der Bedarf an Fördermitteln wird erwartungsgemäß signifikant sinken, wenn die Erfahrungen von einer kleineren Fläche auf dann zeitlich späteren, größeren Flächen erhebliche Effizienzgewinne ermöglichen. Auch verhindert eine Aufteilung der Flächenkulisse in mehrere Teilprojekte Klumpenrisiken bei der Fördervergabe und erhöht die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Projekts sowie eines erfolgreichen Fördermitteleinsatzes. AquaVentus sieht in der Strategie des stufenweisen Ausbaus die Chance, schnellstmöglich und gesichert in den Gigawatt-Bereich vorzustoßen.

Antworten auf Fragen 1) Stimmen Sie einer Ausschreibung von SEN-1 in Teilbereichen grundsätzlich zu?

Wir halten aus allen genannten Gründen die (zeitlich gestaffelte) Ausschreibung und Realisierung von Teilflächen für zwingend, um eine möglichst große Gebots-/ Anbietervielfalt zu generieren und Projektrisiken zu begrenzen. Dies ist zugleich erforderlich, um die Qualitätskriterien der SoEnergieV bei der Flächenvergabe entscheidend zum Tragen kommen zu lassen.

2) Halten Sie eine oder mehrere Varianten des Zuschnitts von Teilbereichen für vorzugswürdig? Bitte begründen Sie Ihre Entscheidung.

Wir halten alle Varianten für tragfähig, sofern jeweils in einem ersten Schritt mit der Ausschreibung einer kleinen Fläche begonnen und in einem zweiten Schritt mit der Ausschreibung einer deutlich größeren (Gesamt-)Fläche fortgefahren wird. Insbesondere Variante 1 und 2 erfüllen, bei richtiger Ausschreibungsreihenfolge, wie präsentiert diese Anforderung.

3) Sollten die einzelnen Teilbereiche in einem gemeinsamen Ausschreibungsverfahren zeitgleich ausgeschrieben werden oder halten Sie eine zeitlich aufeinander folgende Ausschreibung jeweils eines Teilbereichs für sinnvoll? Wie lang sollte der Zeitraum zwischen den jeweiligen Ausschreibungen der Teilbereiche sein? Bitte begründen Sie.

Wie dargelegt sehen wir nur in zeitlich gestaffelten Ausschreibungen und Realisierung die Möglichkeit, einerseits die Anbietervielfalt auf zunächst eine Fläche zu konzentrieren. So werden die Qualitätskriterien der SoEnergieV zielgerecht angewandt und ermöglichen, dass das geeignetste Gebot den Zuschlag erhält. Andererseits ermöglicht der beschriebene zeitversetzte Angang die technologischen und planerischen Lernerfolge für weitere Projekte nutzbar zu machen. Wir rechnen mit Effizienzgewinnen, die zugleich den zukünftigen Fördermittelbedarf reduzieren. Weiterhin können Folgeprojekte schneller realisiert werden, wenn auf die Lerneffekte aus dem Erstprojekt in der gesamten Wertschöpfungskette zurückgegriffen werden kann. Wir empfehlen dem BMWK, sich mit Blick auf den zeitlichen Abstand der Ausschreibungen an den Erkenntnissen und Erfahrungen der Industrie zu orientieren und halten mindestens 2 Jahre für zielführend in punkto Ausschreibungsstart und entsprechendem Baubeginn.

Wir bedanken uns nochmals für die Gelegenheit, im Zuge dieser Konsultation die Position des AquaVentus Fördervereins erläutern zu dürfen und stehen jederzeit weiterhin für den Dialog zur Verfügung.