Häufige Fragen
Was AquaVentus ist, wie Offshore-Wasserstoff funktioniert und woran die Initiative arbeitet.
AquaVentus als Initiative
Was ist AquaVentus?
AquaVentus ist eine Initiative für die Erzeugung von grünem Wasserstoff aus Offshore-Windenergie in der Nordsee. Getragen wird sie vom AquaVentus Förderverein e.V. mit Sitz auf Helgoland; die Geschäftsstelle sitzt in Berlin. Im Verein arbeiten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen aus der gesamten Wertschöpfungskette zusammen. Das übergreifende Ziel sind 10 Gigawatt Offshore-Leistung in der Nordsee, aus denen jährlich rund 1 Million Tonnen grüner Wasserstoff entstehen sollen.
Mehr erfahrenWer sind die Mitglieder von AquaVentus?
Dem Förderverein gehören Organisationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette an: Projektentwickler und Energieunternehmen, Netz- und Pipelinebetreiber, Zulieferer und Technologieanbieter, Häfen, Forschungseinrichtungen und Wirtschaftsförderungen. Die öffentlich gelisteten Mitglieder sind vollständig auf der Mitgliederseite aufgeführt.
Mehr erfahrenWas unterscheidet AquaVentus von einem Think-Tank?
AquaVentus versteht sich als Do-Tank: Die Mitglieder entwickeln nicht nur Positionen, sondern betreiben gemeinsam konkrete Vorhaben. Fünf Leitprojekte decken den Weg von der Erzeugung über den Transport bis zur Anwendung ab, dazu kommen vier Arbeitsgruppen zu Technologie, Regulatorik, Kommunikation und Internationalem.
Mehr erfahrenWie werde ich Mitglied bei AquaVentus?
Eine Mitgliedschaft ist für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen möglich, die im Feld Offshore-Wasserstoff aktiv sind oder es werden wollen. Die Vorteile und der Weg zur Aufnahme sind auf der Mitgliedschaftsseite beschrieben; Ansprechpartner ist die Geschäftsstelle unter verein@aquaventus.org.
Mehr erfahrenAn wen richte ich Presseanfragen?
Presseanfragen beantwortet die Geschäftsstelle unter press@aquaventus.org. Alle Pressemeldungen stehen im Newsbereich als Volltext und zusätzlich als PDF bereit.
Mehr erfahrenGrüner Wasserstoff auf See
Was ist grüner Wasserstoff aus Offshore-Windenergie?
Grüner Wasserstoff entsteht, wenn Wasser mit Strom aus erneuerbaren Quellen in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt wird. Bei AquaVentus liefert Offshore-Windenergie diesen Strom, und die Elektrolyse findet auf See statt, nahe am Windpark. Bei der Nutzung des Wasserstoffs entsteht kein Kohlendioxid.
Mehr erfahrenWarum soll die Elektrolyse auf See stattfinden und nicht an Land?
Weit von der Küste entfernte Windgebiete brauchen sonst lange, teure Stromleitungen an Land. Wird der Wasserstoff direkt auf See erzeugt, lässt er sich über eine Pipeline transportieren, die pro transportierter Energieeinheit deutlich günstiger ist als ein Seekabel. Vier Leitstudien stützen das aus unterschiedlichen Richtungen: AFRY Management Consulting (2022) belegt im Auftrag von RWE, Gasunie, Gascade, Equinor und Shell die Vorteile der dezentralen Erzeugung auf See gegenüber zentralen Onshore-Lösungen. DNV (2023) bestätigt das Potenzial der Wasserstoffgewinnung auf hoher See und spezifiziert ein europäisches Offshore-Backbone. Die Kurzstudie von E-Bridge Consulting (September 2024) beziffert die mögliche Reduktion der Ausbaukosten durch kombinierte Transport- und Anschlusskonzepte für küstenferne Windgebiete auf bis zu 31 Milliarden Euro. Frontier Economics (November 2025) kommt für die Offshore-Sektorenkopplung auf bis zu 1,7 Milliarden Euro geringere Systemkosten pro Jahr.
Mehr erfahrenWas bedeutet Offshore-Sektorenkopplung?
Sektorenkopplung bedeutet, Strom- und Wasserstoffinfrastruktur gemeinsam zu planen statt getrennt. Offshore heißt das: ein Windpark wird sowohl über ein Stromkabel als auch über eine Wasserstoffpipeline angebunden und kann je nach Marktlage Strom einspeisen oder Wasserstoff erzeugen. Genau diese kombinierten Anschlusskonzepte sind die zentrale Forderung von AquaVentus an den Gesetzgeber.
Mehr erfahrenWie viel Geld spart Offshore-Sektorenkopplung?
Zwei Studien im Auftrag von AquaVentus haben das untersucht. Frontier Economics kommt im November 2025 auf Einsparungen von bis zu 1,7 Milliarden Euro pro Jahr an Systemkosten in den Zonen 4 und 5 der deutschen Nordsee. Die Kurzstudie von E-Bridge Consulting (September 2024) beziffert die mögliche Reduktion der Ausbaukosten durch kombinierte Transport- und Anschlusskonzepte auf bis zu 31 Milliarden Euro.
Mehr erfahrenDie Projekte
Was ist AquaDuctus?
AquaDuctus ist die geplante Offshore-Wasserstoff-Pipeline von der Nordsee an Land: rund 400 Kilometer auf See und 100 Kilometer an Land, mit einer Transportkapazität von bis zu 20 Gigawatt im zweistufigen Ausbau. Die Bundesnetzagentur hat am 22. Oktober 2024 das deutsche Wasserstoff-Kernnetz genehmigt; AquaDuctus ist darin als einziges Pipeline-Projekt für die deutsche Nordsee vorgesehen. Die Zulassungsverfahren für den Bau laufen davon getrennt. Betreiber ist die Gascade Gastransport GmbH; auf EU-Ebene ist das Projekt IPCEI-notifiziert und hat PCI-Status.
Mehr erfahrenWas ist SEN-1?
SEN-1 ist die für erste großskalige Offshore-Wasserstoffproduktion vorgesehene Fläche in der deutschen Nordsee, ausgewiesen im Flächenentwicklungsplan des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie. Auf 102 Quadratkilometern ist eine Elektrolyseleistung von 1.000 Megawatt geplant, das entspricht rund 100.000 Tonnen grünem Wasserstoff pro Jahr. Der Abtransport soll über die AquaDuctus-Pipeline laufen.
Mehr erfahrenWas ist AquaPrimus?
AquaPrimus ist der Demonstrator-Elektrolyseur der Initiative mit einer Leistung von 1 bis 5 Megawatt auf See. Erprobt werden Seewasseraufbereitung, Elektrolyse, Kompression und Speicherung im Zusammenspiel. Das Projekt dient der Vorbereitung auf die Ausschreibungen für SEN-1.
Mehr erfahrenWas ist der AquaCampus?
Der AquaCampus ist ein 3 Quadratkilometer großes Forschungsareal in der Nordsee vor Helgoland, in dem maritime Technologien unter realen Bedingungen erprobt werden. Die Wassertiefe reicht bis 45 Meter, das Areal ist mit acht gelben Bojen markiert. In dieser Form ist es europaweit einzigartig.
Mehr erfahrenWas ist AquaNavis?
AquaNavis befasst sich mit grünem Wasserstoff als Energieträger für die Schifffahrt. Rund 90 Prozent des Welthandels laufen über See, und der Anteil der Schifffahrt an den globalen Kohlendioxid-Emissionen liegt bei etwa 3 Prozent mit steigender Tendenz. Das Projekt ist in der Konzeptphase.
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